RoHS Illu

Die Europäische Norm EN 50581 und Direktive 2011/65/EU ("RoHS2")

Die im September 2012 veröffentlichte Norm 50581 des CENELEC (europ. Komitee für elektrotechnische Normung)soll die Erfüllung grundlegender Anforderungen der EU Richtlinie 2011/65/EU ("RoHS2") sichern.

Die Direktive 2011/65/EU wurde am 21.06.2011 europäisches Gesetz und löste die bis dahin gültige Richtlinie 2002/95/EC ab.

Während die grundlegenden Grenzwerte nicht geändert wurden und auch die Anzahl der beschränkten Substanzen gleich blieb, wurden die Ausnahmen und Detailregelungen zum Teil umfangreich umgeschrieben. Grundlegende Änderungen im Umgang mit RoHS2 bedingt der Umstand, dass RoHS2 um Unterschied zu ihrer Vorgängerin nun Teil der CE Direktive ist und die Grundsätze aus Modul A der Direktive 768/2008/EC gelten.

Die EN 50581:2012 „Technische Dokumentation zur Bewertung von Elektro- und Elektronikgeräten im Hinblick auf die Beschränkung gefährlicher Stoffe“ wurde am 11.06.2012 von allen nationalen Komitees des CENELEC verabschiedet und wird in Kürze im Amtsblatt der Europäischen Union als harmonisierte Norm veröffentlicht.


Zukünftige Verpflichtungen der Hersteller

Die Norm gibt Herstellern/Inverkehrbringer Hinweise bezüglich der Verwaltung von Bauteiledaten. Begleitend zu den in der RoHS-Richtlinie bereits enthaltenen Verpflichtungen müssen Hersteller nun auch technische Dokumentationen erstellen, deren Inhalte wiederum die EN 50581 vorgibt. Hierbei sind die Anweisungen entsprechend den Hauptaufgaben der Hersteller gegliedert:
  1. Zuverlässigkeit von Zulieferer und Material bewerten (EN 50581 - Abs. 4.3.2)
  2. Ermittlung und Festlegung der erforderlichen Aufgaben
  3. Angaben (Reports) Sammeln und Bewerten (EN 50581 - Abs. 4.3.3/4)
  4. Für nachhaltige Gültigkeit der Dokumentation sorgen (EN 50581 - Abs. 4.3.5)

Mindestanforderungen an die technische Dokumentation

Der EN 50581 Abs. 4.2 folgend, muss die technische Dokumentation mindestens folgende Elemente enthalten:
  • Eine allgemeine Beschreibung des Produkts
  • Unterlagen zu Materialien, Einzelteilen oder Baugruppen des Produkts:
    1. Lieferantenerklärungen und/oder vertragliche Vereinbarungen und/oder
    2. Materialerklärungen und/oder
    3. Ergebnisse analytischer Untersuchungen, welche nach den in EN 62321 genannten oder erläuterten Methoden durchgeführt wurden
  • Angaben, aus denen das Verhältnis zwischen den technischen Unterlagen aus obigem Punkt und den entsprechenden Materialien, Einzelteilen und/oder Baugruppen hervorgeht
  • Auflistung harmonisierter Normen und/oder sonstiger technischer Spezifikationen, die zur Erstellung der technischen Unterlagen aus Punkt 2 verwendet wurden

Bewertung von Zulieferer und Material


Absatz 4.3.2 der Norm besagt, dass Umfang und Art der technischen Dokumentation für Materialien, Teile oder Unterbaugruppen basieren soll, auf der Bewertung des Herstellers hinsichtlich
  1. der Wahrscheinlichkeit des Vorkommens regulierter Substanzen in Materialien, Bauteilen oder Unterbaugruppen
  2. der Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit ("trustworthiness") des Zulieferers
Materialien, welche während des Produktionsprozesses hinzugefügt werden (z.B. Lötmaterial, Farben, Beschichtungen, etc.) müssen diesbezüglich ebenfalls unter oben genannten Kriterien bewertet werden.

Eine Bewertungsübersicht mit einer rudimentären Gefährdungsmatrix ergibts sich aus IEC/PAS 62596:2009 Table B.1 - "Probability of presence of restricted substances in materials and components used in electrotechnical products".


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